Sir Chris Hohn: Was ich gelernt habe

In den letzten Monaten und Wochen habe ich mich vermehrt mit dem legendären Investoren Sir Chris Hohn beschäftigt. Ich habe verschiedene Podcastfolgen angehört, bei dem dieser zu Gast war. Zusätzlich habe ich versucht alles über ihn zu lesen, was mir in die Finger kommen konnte. Mein ersten Berührungspunkt hatte ich durch den Podcast In Good Company by Nicolai Tangen. Nicolai Tangen ist der Chef von Norges Bank Investment Management. Dieser ist hauptverantwortlich für den berühmten Pensionsfonds der Norweger. Sodass die Gäste von Nicolai Tangen häufig CEOs der Unternehmen sind, an dem der Pensionsfonds beteiligt ist. Es gibt wie die Folge mit Sir Chris Hohn aufzeigt aber auch Ausnahmefälle.

Als ich die Folge zum ersten Mal beim Joggen hörte, war mir klar, dass ich die Lehren, die ich aus dieser schließen konnte aufschreiben musste. Denn die Investmentstrategie, sowie die Werte von Chris Hohn waren mir bis dato von keinem anderen bekannten und erfolgreichen Investoren so über dem Weg gelaufen. Danach suchte ich nach weiteren Interviews und Lesematerial über seinen Investmentstil, sowie über seine Person. Herr Hohn lebt jedoch sehr zurückgezogen und gibt selten Interviews, was für persönlich dazu führte, dass ich ihn noch sympathischer fand. Auch seine großzügigen Spenden gaben mir das Gefühl, dass dieser Mann kaum einen Wert auf Prestige legt, obwohl er so vermögend ist.

Seine Arbeit und Strategie

Im Juni 2003 gründete Sir Chris Hohn den The Children’s Investmenfunds oder auch kurz TCI Funds. Dieser ist einer der größten Hedgefonds in Europa. Im Jahr 2005 erreichte er in Deutschland Bekanntheit, nachdem er sich öffentlich gegen die Übernahme von der Londoner Stock Exchange, initiiert durch Werner Seifert, dem damaligen CEO der Deutschen Börse aussprach. Zwei Jahre später war er bereits mit zwei Prozent an der niederländischen ABN Amro Bank beteiligt und kritisierte das Management für die schlechte Arbeit, da zum einen die Kosten der Bank zu hoch waren und zum anderen die Aktie der in Amsterdam beheimateten Bank zur damaligen Zeit der Vergleichsgruppe hinterherhinkte. Christopher Hohn verhielt sich mit seinem Hedgefonds bereits in den ersten paar Jahren nach der Gründung sehr aktivistisch, eine Haltung die dieser bis heute beibehalten hat, jedoch nicht bei allen Beteiligungen zwingend ausführt. Natürlich muss es ein schlecht geführtes Unternehmen sein oder ein Problem herrschen, damit diese Handlung gerechtfertigt ist.

Aufgeteilt ist der Hedgefonds einmal in das Wertpapiergeschäft, also den Fonds an sich und in ein Immobilienportfolio. In der Anfangszeit des Funds kaufte dieser Aktien von Unternehmen die, wie er es nannte in speziellen Situationen waren. Dabei investierte er in viele verschiedenen Branchen und Industrien, wie Herstellern, Consumer Staples und Banken. Nach der Finanzkrise von 2008 ändert sich jedoch sein Investmentstil, den er bis heute beibehält. So fokussiert er sich auf Unternehmen die einen sogenannte high barrier to entry aufweisen. Also Unternehmen die starke Preismacht haben und fast eine Monopolstellung aufweisen. Zu diesen zählen Unternehmen wie Alphabet, Visa, und die Ratingagenturen S&P, sowie Moody’s die sich aktuell in seinem Portfolio befinden. Das Aktienportfolio ist ingesamt ziemlich konzentriert und weist nur eine geringe Anzahl an Einzeltitel auf.

So nennt er im Gespräch mit Nicolai Tangen weitere Eigenschaften, die Kandidaten für das Portfolio aufweisen sollen. Als Beispiel wären da sogenannte irreplacable physical assets, also physische Vermögensgegenstände die nicht ersetzt werden können. In seinem Portfolio gibt es da zum Beispiel die Aena S.A., ein spanischer Flughafenbetreiber. Denn wer baut neben einen Flughafen gleich noch einen hin? Darüber hinaus setzt er auf Unternehmen die wiederkehrende Einnahmen generieren und wie bereits erwähnt eine starke Preissetzungsmacht haben. Die letztgenannte Eigenschaft, findet er auch wichtiger als nur reines Wachstum.

Nach Chris Hohns Auffassung nach sind riskante Branchen und Industrien folgende:

  • Banken
  • Handel
  • Hersteller
  • Airlines
  • Ausrüster für die Öl- und Gasindustrie
  • Telekommunkation
  • Werbeagenturen
  • Medien

Charity

Jamie Cooper-Hohn die Ex-Frau von Christopher Hohn ermutigten ihn damals den Hedgefonds zu starten, jedoch war diese der Meinung, es sollte nicht nur darum gehen Geld zu verdienen. So gründete Chris Hohn eine Wohltätigkeitsorganisation die seine Ex-Frau leitete. Im Jahr 2022 leitete dieser die Wohltätigkeitsorganisation. Bis zu diesem Zeitpunkt erhielt diese Organisation 3 Milliarden US-Dollar. Das Geld geht an arme Kindern, die in Entwicklungsländern leben.

Seine Inspirationen finden sich in meinen Analysen wieder

Sir Christopher Hohns Strategie hat mich zum Nachdenken gebracht. Bereits in den letzten Analysen wird ersichtlich, dass ich mich mit Unternehmen auseinandergesetzt habe, die in seinem Beuteschema passen. So etwa die Analysen zu Canadian Pacific Kansas City und Canadian National Railway, zwei Unternehmen, in die der Hedgefonds investiert ist. In den kommenden Wochen werden erst einmal vier weitere Analysen erfolgen die zu Investmentstrategie von Chris Hohn passen. Die erste Analyse ist über die Deutsche Börse AG, gefolgt von der CME Group, Vulcan Materials und zum Schluss von der Heidelberg Materials. Es kann durchaus sein, dass auch danach weitere Unternehmensanalyse zu Unternehmen erfolgen, in die Herr Hohn bevorzugt investieren würde.

Was ich lernen konnte

Für mein Hauptdepot habe ich gewissermaßen einen Strategiewechsel vorgenommen. In der letzten Zeit habe ich einige Verkäufe getätigt und mein Portfolio weiter konzentriert, so versuche ich maximal 25 Einzeltitel zu besitzen. Auch gewisse Branchen versuche ich zu vermeiden, die ich vor ein paar Jahren noch gut fand und in denen ich investiert war. So zum Beispiel die Luxusgüterbranche, genauer gesagt LVMH. Ich habe lange gebraucht eine Strategie zu finden die ich gut umsetzen kann. In meinen Augen ist die Strategie von Sir Chris Hohn sehr diszipliniert. Zu möglichen Investments wird häufiger NEIN gesagt, zudem gibt es wenige Unternehmen, die in die Kriterien von Chris Hohn passen. Diese Strategie habe ich jedoch nicht nur einfach blind kopiert, sondern auf meine Verhältnisse angepasst. Sie diente für mich eher als Inspiration, außerdem denke ich das eine Strategie zum Teil auch irgendwo dynamisch ist, da man sich ja persönlich auch weiter entwickelt.

Quelle:

https://www.institutionalinvestor.com/article/2btfwnx5ikgbazva56osg/home/ticker-his-side-of-the-story-tcis-chris-hohn-on-the-abn-amro-battle-and-life-as-an-activist-hedge-fund

https://www.institutionalinvestor.com/article/2bstnug68kijmzi8f50cg/culture/chris-hohn-is-a-hedge-fund-manager-like-no-other

https://www.tcifund.com

https://www.nbim.no/en/news-and-insights/podcast/2025/sir-chris-hohn-strategic-investing-long-term-value-and-purposeful-philanthropy

0 0 Abstimmungen
Artikel-Bewertung
0 Kommentare
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen

Teilen

Die neusten Beiträge

0
Ich würde mich über einen Kommentar freuenx