Das Unternehmen: build a world-class health and hygiene company
Reckitt wurde 1840 von Isaac Reckitt gegründet. Den Hauptsitz hat das Unternehmen in Slough, Berkshire, dem Vereinigten Königreich von Großbritannien. Seit 1995 konzentriert sich das Unternehmen nur noch auf den Bereich Health und Hygiene, nachdem die Lebensmittelsparte an Unilever verkauft wurde. Den Fokus legt das Unternehmen auf 11 Marken, die alle aus den vier Segmenten entstammen. Weltweit ist Reckitt Benckiser in 80 Ländern tätig.
Die Aktie
Im Jahr 1999 fusionierte Reckitt & Colman mit Benckiser NV und ergab somit das heutige Unternehmen.
WKN: A420TB ISIN: GB00BSZBP530 SYMBOL: RBGPF

Das Geschäftsmodell
In seinem Vorwort an die Aktionäre erläutert der Aufsichtsratsvorsitzende Sir Jeremy Darroch, dass das Unternehmen sich speziell auf 11 Marken konzentriert, von denen das Board überzeugt ist, dass diese eine gute Marktstellung aufweisen. Zudem sind diese Marken bekannt und führend in ihrer Kategorie mit starken Margen.
Das Konsumgüterunternehmen teilt seine Sparten wie folgt ein:
- Self Care
- Germ Protection
- Household Care
- Intimate Wellness

Die Sparten im Detail
Das operative Segment Self Care ist für 32% des Umsatzes verantwortlich. Die vier Powerbrands, wie das Unternehmen diese in ihrem Geschäftsbericht 2025 beschreibt lauten: Mucinex, Nurofen, Gaviscon
und Strepsils. Mucinex ist Beispielsweise ein Produkt was zähen Schleim löst und Husten mildert, währenddessen Nurofen den Wirkstoff Ibuprofen aufweist, gegen Fieber hilft und Schmerzen lindert. Mit diesen Produkten unterstützt das Unternehmen zu dem die Entlastung des Gesundheitssystems.
Germ Protection oder auch auf Deutsch Keimschutz, weist starke Marken wie Dettol, Lysol und Harpic auf. Diese Sparte trägt ebenfalls 32% zum Umsatz bei. Alle drei genannten Marken zählen für diese Sparte zu den Powerbrands von Reckitt Benckiser. Mit 8,4% Wachstum von 2024 auf 2025 und Regionen wie China und Indien, die die wichigsten Absatzmärkte darstellen ist dieses Segment wichtig für das Unternehmen.
Vanish und Finish sind die zwei Powerbrands, die das Segment Household Care repräsentieren. Dieses Geschäftsfeld steuert 21% zum Umsatz bei. Um Spülmaschinen und das Produkt Finish in den Emerging Markets zu etablieren, geht Reckitt Benckiser Kooperationen mit Hersteller und Händler diesen Geräten ein. So veranschaulicht eine Kampagne in Vietnam den dortigen Menschen, dass das Spülen von Hand nicht so hygienisch ist, wie das Spülen mit einer Spülmaschine. Auch in Saudi Arabien wurde eine Kampagne durchgeführt. Diese hatte allerdings eine andere Message. Die Message sah vor, dass eine Geschirrspülmaschine zu einem modernen Leben dazugehört.
Die letzte Sparte ist Intimate Wellness. Zu den bekannten Marken gehören Durex, Veet und Intima. Insgesamt trägt dieser Bereich 15% zum Umsatz bei und rundet damit die 100% ab. Durex ist laut dem Geschäftsbericht aus dem Jahr 2025 die Nummer eins Kondommarke der Welt.
Außerdem vertreibt das britische Unternehmen unter dem Namen Mead Johnson Nutrition Säuglingsnahrung in den USA, Lateinamerika und den asiatischen Raum.
Zudem nutzt das Unternehmen vor allem Social Media und Influencer um seine Produkte in Märkte wie China zu etablieren.
Verkauf von Essential Home an die Private-Equity-Gesellschaft Advent
Zum Ende des Jahres verkaufte Reckitt Benckiser die Sparte Essential Home. Diese beinhaltet rund 79 Marken in 70 Ländern. Zu diesen Marken zählten vor allem Air Wick und Calgon. Das Unternehmen hält jedoch, nachdem Verkauf eine Minderheitsbeteiligung von rund 30%.
Die Familie Reimann
Nach der Fusion von Reckitt & Carlton und Benckiser war die deutsche Familie der größte Aktionär des Unternehmens. Mit der JAB Holding sollte die Familie immer noch einen Anteil an dem Aktienunternehmen aus Slough halten, auch wenn diese nicht mehr in der Liste der größten Anteilseigner aufgelistet sind.
Der CEO
Kris Licht führt seit dem 1. Oktober 2023 das Unternehmen als CEO. Der 49-Jährige hat zuvor bereits im Unternehmen die Position als Chief Customer Officer innegehabt und die Reckitt Health als President geführt. Zudem arbeitete er zuvor in führenden Positionen bei PepsiCo und der Beratungsgesellschaft McKinsey&Co. Bei der Beratungsgesellschaft arbeitete der Däne in dem Bereich Consumer, Health und Retail Practices. Herr Licht hat sich also vorab ein Wissensschatz aufgebaut, welchen er nun nutzen kann.

Er kann einen Bachelorabschluss in Politikwissenschaften von der New School vorweisen, sowie einen Master in Politikwissenschaften von der Universität Aarhus.
Die Konkurrenz
Reckitt Benckiser muss sich eine Vielzahl von Konkurrenten gegenüberstellen. Gerade im Heimatmarkt gibt es einen großen Rivalen. Unilever. Dieses Unternehmen befindet sich in einer aktuellen Umbruchphase und stößt seine Food Sparte, die sie zum Teil auch von Reckitt Benckiser erworben hat an das US-amerikanische Unternehmen McCormick ab. McCormick ist allen voran für die Gewürze bekannt. Mit dieser Transformation möchte sich Unilever ebenfalls wie Reckitt Benckiser auf die Personal Care Produkte fokussieren. Da hier gerade bessere Wachstumsraten zu erzielen sind. Somit steht Reckitt Benckiser noch etwas mehr unter Beschuss.
Weitere Konkurrenten die zukünftige Investoren nicht außer Acht lassen sollten, sind Procter & Gamble, Clorox, Henkel und Colgate Palmolive. Darüber hinaus gibt es viele weitere Unternehmen, die nicht Börsen notiert sind oder Eigenmarken von Supermarktketten. Außerdem sind die Margen, sowie das Umsatz- und Gewinnwachstum im Regelfall niedrig.
Der Umsatz & Gewinn
Im Geschäftsjahr 2024 lag derUmsatz bei 14.169 Milliarden britischen Pfund. Dieser konnte um 0,25% auf 14.205 Milliarden britischen Pfund gesteigert werden. Der Umsatz stagniert seit den letzten 6 Jahren. So konnte dieser in den letzten fünf Jahren nur um durchschnittlich 0,42% gesteigert werden. Konsumgüterunternehmen gelten allgemein, als stabile Unternehmen mit kaum Wachstum. Zudem spiegelen diese schlechte Wachstumsraten die aktuelle Lage der Industrie wieder.
Folgende eigenständig erstellte Darstellung zeigt die Umsatzverteilung der Segmente und die Regionen in Milliarden britischen Pfund auf:

Wie ersichtlich wird, teilt das Unternehmen seinen Umsatz in die jeweiligen Regionen, sowie in die zwei zusätzlichen nicht Segmente Essential Home und Mead Johnson Nutrition auf. Im Geschäftsjahr 2026 sollte also ein Umsatzrückgang verzeichnet werden, aufgrund der Veräußerung von Essential Home.
Zudem zeigt sich klar, dass das Unternehmen im Gegensatz zu der Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten stark in Europa und den Emerging Markets vertreten ist. Der Umsatz nach den vier Segmenten setzt sich wie folgt zusammen:

Beim Nettoergebnis konnte ein besseres Ergebnis seitens des Unternehmens geliefert werden. Lag dieses 2024 noch bei 1.428 Milliarden britischen Pfund, so konnte dieses 2025 um mehr als 100% gesteigert werden und einen Wert von 3.187 Milliarden britischen Pfund erreichen. Der Gewinn war in dem letzten Geschäftsjahr auch nur höher, da es weniger operative Kosten, als im Gegensatz zu 2024 gab. Außerdem gibt es bei der Gewinnentwicklung kein lineares Wachstum. Denn in den letzten Jahren schwankte der Gewinn sehr und war 2021 mit -63 Millionen Britischen Pfund sogar negativ. Somit lässt sich keine durchschnittliche Entwicklung berechnen.
Der Free Cashflow
Im Geschäftsjahr 2024 lag der Free Cashflow bei 2.232 Milliarden britischen Pfund. 2025 lag dieser nur noch bei 1.709 Milliarden britischen Pfund.
Die Verschuldung
Die Verschuldung lag 2025 bei 17.287 Milliarden britischen Pfund und konnte im Vergleich zu 2024 um 1.291 Milliarden britischen Pfund reduziert werden. Die Schulden teilen sich auf in 6.650 Milliarden kurzfristigen Verbindlichkeiten und 10.637 Milliarden britischen Pfund langfristigen Verbindlichkeiten. Wird der Kassenbestand von den 17.287 Milliarden britischen Pfund abgezogen ergibt sich eine Nettoverschuldung von 15.335 Milliarden britischen Pfund.
Das Eigenkapital
Das Eigenkapital von Reckitt Benckiser setzt sich wie folgt zusammen:

Wie ersichtlich wird, wird das Eigenkapital von zwei Werten dominiert. Der erste Wer mit der Bezeichnung Merger reserve veranschaulicht den Zusammenschluss des Unternehmens und weist nur ein bilanziellen Wert auf. Der wesentlich wichtigere Wert ist die Gewinnrücklagen von 23.399 Milliarden britischen Pfund. Dieses Polster ermöglicht dem Unternehmen viel Spielraum.
Insgesamt beläuft sich das Eigenkapital auf 7.781 Milliarden britischen Pfund.
Weitere Kennzahlen
Das Goodwill und die immateriellen Vermögenswerte hatten im Jahr 2024 einen Wert von 17.565 Milliarden britischen Pfund und 2025 einen Wert von 15.811 Milliarden britischen Pfund. Das Goodwill sollte weiter gesenkt werden. Denn setzt man dieses im Vergleich mit der Bilanzsumme von 25.068 Milliarden britischen Pfund ergibt sich ein Anteil von 63,07%!!! Das ist in meinen Augen ein Wert, der zu hoch ist. Sollte es hier zu Abschreibungen kommen, könnte der Aktienkurs negativ darauf reagieren. Da das Goodwill und die immateriellen Vermögenswerte zusammen als Zahl dargestellt werden, lässt sich nicht herauslesen, inwiefern die Marken einen Anteil daran haben und ob diese von 2024 auf 2025 weniger an Wert aufweisen.
Der Kassenbestand lag bei 1.952 Milliarden britischen Pfund und konnte von 2024 auf 2025 um 1.052 Milliarden britischen Pfund erhöht werden.
Im Geschäftsjahr kaufte Reckitt Benckiser eigene Aktien im Wert von 879 Millionen britischen Pfund zurück und zahlte an die Aktionäre 1.403 Milliarden britische Pfund als Dividende aus.
Im Jahr 2025 standen 681.142.714 Aktien aus. Multipliziert man diese mit dem aktuellen Aktienkurs von 47,73 GBP (stand 25.04.2026) so ergibt sich eine Market Cap von 32,5 Milliarden britischen Pfund, umgerechnet also 37,4 Milliarden Euro.
Für das britische Unternehmen arbeiten rund 36.000 Mitarbeiter
Die Finanzkennzahlen
Die Dividende
Im Februar dieses Jahres zahlte der Konsumgütergigant an seine Aktionäre eine Sonderdividende. Diese wurde, nachdem der Verkauf von Essential Homes abgeschlossen wurde, an die Teilhaber ausgeschüttet. Die einmalige Dividende belief sich auf 244.87 Pence pro Aktie. Das sind in Euro ca. 2,82€ (Der Umrechnungskurs zum 24.04.2026 berechnet sich wie folgt: 100 Pence (1£) = 1,15€)
Die regelkonforme Dividende betrug im Geschäftsjahr 2024 210.52 Pence, also umgerechnet 2,42€. Setzt man diese im Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs, ergibt sich eine Dividenderendite von 4,41%. Die Dividende wird in den Monaten Juni und September ausgeschüttet. Sei drei Jahren wird diese gesteigert und seit 23 Jahren wurde diese nicht mehr gesenkt.
Das KGV & KBV
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 10,2. Mit einem KBV von 4,17 scheint die Aktie teurer bewertet zu sein.
Die Eigenkapitalquote & die Eigenkapitalrendite
Die Eigenkapitalquote beläuft sich auf solide 31,04%. Die Eigenkapitalrendite liegt bei 41%. Durch den einmaligen hohen Gewinn wird die Eigenkapitalrendite jedoch verfälscht.
Weitere Finanzkennzahlen
Die Umsatzrendite beläuft sich auf 22,44%
Der Piotroski F-Score kommt auf 7 von 9 Punkten
Die Bruttomarge liegt bei 60,78%, währenddessen die Nettomarge bei 22,4% liegt. Mit solch einer Nettomarge ist das Unternehmen sehr gut aufgestellt, sollte dennoch im nächsten Geschäftsjahr wieder niedrig sein.
Die Quellen:
https://www.finanzen.net/aktien/reckitt_benckiser_group-aktie
https://www.gurufocus.com/stock/RBGPF/summary
https://aktienfinder.net/dividenden-profil/Reckitt%20Benckiser-Dividende