Ein KI Verlierer?: ServiceNow

Das Unternehmen

ServiceNow ist ein Technologieunternehmen mit dem Hauptsitz in Santa Clara, Kalifornien, den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Aktie des Unternehmens ist in den letzten Zwölf Monaten um -54% gefallen. Der Grund dafür war die SaaSpocalypse, doch ist das überhaupt gerechtfertigt? Denn das Unternehmen aus Santa Clara hat sich bereits in dem Bereich der künstlichen Intelligenz positioniert und dahingehend das Geschäftsmodell angepasst. Zudem hat ServiceNow einige Käufe getätigt um das Hauptprodukt, die Plattform zu stärken. Auch der CEO Bill McDermott, ein Veteran aus der Softwarebranche und ehemaliger SAP CEO stellt eine gute Partie für das Unternehmen dar.

Ambitionen, Unternehmenswerte und Zweck

In dem Geschäftsbericht 2025 zeigt das Unternehmen auf, dass es zu den prägendsten KI-Unternehmen im Bereich der Software des 21. Jahrhunderts werden möchte.

Unternehmenswerte von ServiceNow
Quelle: ServiceNow Geschäftsbericht 2025

Die Aktie

Den IPO hatte der Softwareriese am 29. Juni 2012, damals wurde die Aktie für 18$ das Stück angeboten.

Am 17. Dezember letzten Jahres wurde für die Aktie ein Aktiensplit mit dem Verhältnis 5:1 ausgeführt. Anleger erhielten also für eine Aktie fünf.

WKN: A1JX4P ISIN: US81762P1021 SYMBOL: NOW

ServiceNow Aktienchart
Quelle: www.google.com

Das Geschäftsmodell

Das Technologieunternehmen liefert seinen 8.700 Kunden, die in der Regel Unternehmen und öffentliche Organisationen sind, Softwarelösungen, die Arbeitsabläufe digitalisieren und optimieren. Einen wachsenden Anteil am Umsatz hat der öffentliche Sektor. Mittlerweile ist das Unternehmen aus Santa Clara auch dabei Lösungen im KI Bereich zu liefern. Hierbei geht es nicht, wie sonst üblich eine neue Generative KI zu erschaffen, sondern die KI in den operativen Prozessen zu integrieren und diese selbst Ausführungen tätigen zu lassen. Denn bislang funktioniert eine KI in der Regel nur dann, wenn ein Prompt eingegeben wird. Unabhängige eigene Ausführungen durchführen zu lassen und die Verbindungen mit anderen Systemen bereitzustellen, bietet bislang kaum ein Unternehmen an. ServiceNow jedoch hat sich darauf spezialisiert, dass die KI Arbeitsabläufe automatisiert, auf andere Prozesse und Systeme zugreifen kann, diese zudem übernimmt. Im Grunde genommen ermöglicht es ServiceNow die gesamte technische Infrastruktur eines Unternehmens zu verbinden und zukünftig von der KI steuern zu lassen.

Die cloudbasierte ServiceNow AI Plattform stellt somit ein Tool dar. Diese soll Beispielsweise ermöglichen, dass die Transformation in einem Unternehmen vorangetrieben wird.

ServiceNow hat bereits über Zweijahrzehnte Erfahrung in der Softwarebranche gesammelt. Viele Kunden nutzen bereits die Software-as-a-Service Lösungen des Unternehmens, mit der Weiterentwicklung durch der Künstlichen Intelligenz können die bereits vorhanden Kunden auch von diesen Produkten profitieren. Außerdem müssen die Kunden die alte technische Infrastruktur nicht ersetzen. Die Prozesse werden also nicht gestört.

Die Produkte von ServiceNow

Einteilen tut das Unternehmen seine Produkte in vier Kategorien

  1. Technology
  2. Customer Relationship Management (“CRM”) and Industry
  3. Core Business
  4. Creator and Other

Mit der Technology Sparte hilft ServiceNow für Kunden Technologie zu vereinen, Risiken zu managen und einen Sicherheitsbetrieb bereitzustellen und das alles auf einer Plattform.

Das Produktsegment Customer Relationship Management (“CRM”) and Industry hilft Organisationen sogenannte front-end Customer Service Funktionen zu integrieren. Das bedeutet im Grunde genommen, dass dies Funktionen sind, die Kunden von den Unternehmen sehen. Auch Vertriebsprozesse, sowie das Auftragsmanagement können von Kunden integriert werden. Außerdem stellt CRM and Industry maßgeschneiderte Workflows für verschiedene Branchen bereit.

Branchen die ServiceNow bedient
Quelle: ServiceNow Geschäftsbericht 2025

Mit dem Produktsortiment Core Business, zu Deutsch auch Kerngeschäft, können die Produkte aus dieser Sparte, Abteilungen wie die Personalabteilung, Finanzabteilung, die Lieferketten und das Gebäudemanagement unterstützen. Dadurch kann die Produktivität erhöht werden. Die Mitarbeiter können entlastet und zufrieden gestellt werden. Der Fokus kann also auf die operative Tätigkeit gelegt werden.

Die letzte Sparte mit dem Namen “Creator and Other“ hilft Unternehmen unternehmensweit Workflows zu entwickeln und vor allem zu managen. Angetrieben durch die KI und low-code Entwicklungsinstrumente ist dies möglich. Der Datenschutz und die Sicherheit wird dabei nicht aus den Augen gelassen.

Im Mittelpunkt steht dabei die ServiceNow Plattform die zweimal im Jahr große Updates erhält. Diese Updates fügen neue Produkte hinzu und bieten neue Funktionalitäten, die die Arbeit vereinfachen und die Produktivität verstärken sollen.

Die Plattform

ServiceNow Plattform
Quelle: www.servicenow.com

Mit der Plattform soll laut eignen Unternehmensangaben Menschen, Prozesse und Daten verbunden werden. Die Architektur der Plattform ermöglicht es den Unternehmen KI, Daten und Arbeitsabläufe zu integrieren. Zudem sollen ,,intelligente“ Arbeitsabläufe für das Unternehmen geschaffen werden.

Auf der ServiceNow Plattform können Kunden auf verschiedene AI-Tools zurückgreifen. Diese Tools operieren automatisch und unterliegen Leitplanke, die sie nicht überschreiten. Die Anwender dieser Tools halten jedoch die Oberhand. Kunden können die ServiceNow eigene KI oder die von Drittanbietern nutzen. Zudem ist es möglich direkt einsatzbereite, sogenannte out-of-the-box KI-Agenten zu nutzen, KI-Agenten in andere Anwendungen von Drittanbietern zu implementieren oder eigene KI-Agenten auf der ServiceNow Plattform zu erstellen. Mit diesen Angeboten kann eine Vielzahl von Kunden angesprochen werden. Die AI Governance von ServiceNow, also die Leitung, Steuerung und Kontrolle sieht vor die Aktivitäten zu überwachen, Daten zu verwalten und Leitplanken zu stellen, damit die Künstliche Intelligenz kontrolliert werden kann.

Auch Daten spielen auf der Plattform eine wichtige Rolle. Mit der sogenannten Datenfabrik und den Raptor DB Produkten können Unternehmen und Kunden die eigenen KI-Strategien skalieren, zudem sicher und schnell durchführen. Daten können so zum Beispiel aus anderen Drittanwendungen heraus gelesen werden, ohne diese zu speichern oder zu kopieren. Daten und Systeme können somit schnell und effizient verbunden werden, wodurch viele Anwendungsbereiche entstehen.

Durch Orchestrierungsfunktionen auf der Plattform können komplexe Arbeitsabläufe oder auch Workflows genannt bearbeitet werden. Die Orchestrierungsfunktion stellt die automatische Konfiguration, Verwaltung und Koordination von Computersystemen, Anwendungen und Services dar. Sie verbindet also die Aufgaben und stellt diese zu einem Workflow zusammen. Damit können komplexe Prozesse über Systemgrenzen hinweg gesteuert werden. So können Workflow interner und externer Natur bearbeitet werden. Darüber hinaus können die KI Agenten Workflows anstoßen und auslösen. Sei es die Einrichtung der Lohnabrechnung, Compliance checks oder Gebäude Zugänge. Prozesse können überwacht und Aufgaben koordiniert werden ohne das ein Mensch eingreifen muss.

Der CEO: Ein Veteran aus der Softwarebranche

Bill McDermott ist ein CEO mit viel Erfahrung. Der 64-Jährige arbeitete zuvor für das deutsche Softwarehaus SAP von 2002 bis 2019. Wovon er seit 2010 als Vorstand im Amt war. Herr McDermott arbeitet für ServiceNow seit Ende 2019. Darüber hinaus ist er als Vorstandsmitglied für Zoom, Figma und Intuit (ab August 2026) tätig. Dies könnte positiv, als auch negativ bewertet werden. Denn zu viele Tätigkeiten bei weiteren Unternehmen, können auch die Performance seiner Arbeit bei ServiceNow beeinflussen.

Ein Foto von Bill Mcdermott CEO ServiceNow
Quelle: www.service.com

Nichtsdestotrotz konnte Herr McDermott bereits viele Erfolge feiern und wurde dafür bereits mehrfach, wie auch auf der Internetseite von ServiceNow zu lesen ist ausgezeichnet. In meinen Augen versteht dieser die Softwarebranche sehr gut und kann das Unternehmen auch in schwierigen Zeiten lenken. Zudem versteht dieser, auch die schnellen Änderungen und Anpassungen in der noch jungen KI Welt und behält dabei den Weitblick.

Partnerschaft und Konkurrenz

Zwei Vorteile die Softwareunternehmen haben sind zu einem, dass die Kunden von Ihnen abhängig sind. Denn wer die Produkte und Plattformen nutzt, kann nicht sofort ein Produkt von der Konkurrenz nutzen oder zu diesem wechseln, da der Prozess der Integration lange dauern und teuer werden würde. Daher machen sich die Kunden vorab genau Gedanken, was für eine Software diese nutzen möchten. Außerdem ist das Geschäftsmodell für die Hersteller dieser Produkte nicht Kapital intensiv. Die Software oder auch Plattform kann mehrfach kopiert werden ohne, dass dafür erneut Geld ausgegeben werden muss. Nur die Bereitstellung, die Entwicklung und der Vertrieb sind jene Kosten, die den größten Anteil an den Gesamtkosten einnehmen.

Das Geschäft ist jedoch hart umkämpft. Denn als Unternehmen darf man nicht den Anschluss an neuen Technologien verpassen. Bislang schafft es das Führungsteam von ServiceNow sich in diesen einzufinden. Mit strategischen Zukäufen von Unternehmen die im KI Segment tätig sind, wird das Produktproduktportfolio erweitert und verstärkt. Dennoch sollten nicht zu viele Unternehmen, vor allem für zu horrenden Preisen aufgekauft werden. Auch die Bilanz sollte nicht mit Schulden übersät werden.

Zu den Konkurrenten von ServiceNow zählen Unternehmen wie Microsoft, Oracle, SAP, Workday und Salesforce. Alle Unternehmen investieren bereits stark in die KI Technologien und sind stark im Cloudgeschäft vertreten.

Des Weiteren geht ServiceNow strategische Partnerschaften mit AWS (Amazon Web Services) Google, Microsoft und Nvidia ein, um sich bei der KI und dem Cloudgeschäft besser positionieren zu können und um die Möglichkeiten zu erweitern. Eine weitere Strategie, die das Unternehmen fährt ist es mit Unternehmen wie Accenture, Cognizant, Deloitte, EY, Infosys und KPMG einzugehen. ServiceNow möchte diese Unternehmensberatungen als Brücken nutzen, um deren Kunden anzusprechen und dann Lösungen anbieten zu können.

Die Kennzahlen

Der Umsatz & Gewinn

Der Umsatz der letzten zwei Geschäftsjahre setzt sich wie folgt zusammen:

Umsatz ServiceNow 2024 und 2025
Quelle: ServiceNow Geschäftsbericht 2025

Den größten Umsatzanteil machen die Abonnements aus. Die Professional Services and other sind so zum Beispiel Schulungen für Kundenmitarbeiter, die die Produkte von ServiceNow nutzen werden oder bereits nutzen. Der Umsatz konnte so von 2024 auf 2025 um 21% gesteigert werden. Das Umsatzwachstum lag in den letzten fünf Jahren bei durchschnittlich 24,1%. So lag 2021 noch der Umsatz bei 5.896 Milliarden US-Dollar. Durch die strategische Expansion in die AI Anwendungen sollte die Wachstumsstory in Takt bleiben! Jedoch ist wichtig zu erwähnen, dass das Wachstum auch zum größten Teil durch anorganisches Wachstum generiert wurde. Das bedeutet, dass ServiceNow viele Unternehmen aufgekauft hat. Somit konnten neue Umsätze und neue Kunden erschlossen werden. Sollte mal eine Integration von einem Unternehmen schiefgehen, dann könnte das Wachstum dementsprechend leiden.

Der Nettogewinn lag 2025 bei 1.748 Milliarden US-Dollar und konnte im Vergleich zu 2024 um 22,67% gesteigert werden. Damals lag dieser bei 1.425 Milliarden US-Dollar. 2023 Lag dieser bereits bei 1.731 Milliarden US-Dollar. Dieser Gewinn wurde allerdings nur aufgrund einer Steuergutschrift in Höhe von 723 Millionen US-Dollar erzielt und wäre sonst somit nicht aus der Reihe gefallen. Das durchschnittliche Gewinnwachstum in Prozent lässt sich somit auch nicht werthaltig bemessen.

Der Free Cashflow

In dem Geschäftsbericht veranschaulicht das Unternehmen den Free Cashflow. Wie ersichtlich wird, ist dieser für die Jahre 2023, 2024 und 2025 durchweg positiv. Das suggeriert eine gute Finanzkraft.

Free Cashflow ServiceNow
Quelle: ServiceNow Geschäftsbericht 2025

Die Verschuldung

Die Gesamtverschuldung belief sich im letzten Geschäftsjahr auf 13.074 Milliarden US-Dollar. 2024 lag diese noch bei 10.774 Milliarden US-Dollar. Das ist ein prozentualer Anstieg von 17,59%. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten waren der Auslöser für den Anstieg. Die Posten Current portion of deferred revenue und Accrued expenses and other current liabilities erhöhten sich. Jedoch ist dies nicht zu kritisch zu bewertet, den der Posten Current portion of deferred revenue veranschaulicht lediglich, dass ServiceNow vorab Geld für Leistungen von Kunden erhalten hat, die noch nicht erbracht wurden. Wenn die Leistungen noch nicht erbracht wurden, jedoch schon Geld geflossen ist, wird dies als Verbindlichkeit verbucht.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten belaufen sich auf 10.443 Milliarden US-Dollar, die langfristigen Verbindlichkeiten auf 2.631 Milliarden US-Dollar. Werden davon der Kassenbestand und die kurzfristigen Wertpapiere abgezogen ergibt sich eine Nettoverschuldung von 6.790 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen ist zwar nicht schuldenfrei, jedoch dafür gut positioniert und nicht mit Schulden überladen. Die Schulden sollten im Auge behalten werden.

Das Eigenkapital

Den Aktionären zuzurechnen ist ein Eigenkapital in Höhe von 12.964 Milliarden US-Dollar. Dieses setzt sich aus -3.045 Milliarden US-Dollar zurückgekauften Aktien zusammen, dem zusätzlichem eingezahlten Kapital in Höhe von 10.747 Milliarden US-Dollar, dem sonstigen kummulierten Ergebnis, mit einem Ergebnis von 19 Millionen US-Dollar und den Gewinnrücklagen in Höhe von 5.242 Milliarden US-Dollar. Die Gewinnrücklagen lagen ein Jahr zuvor noch 3.494 Milliarden US-Dollar und konnten somit erhöht werden.

Weitere Kennzahlen

Ende 2025 arbeiteten für den Softwarezpezialisten 29.187 Mitarbeiter weltweit. Die Hälfte von den Mitarbeitern war hierbei in den Vereinigten Staaten angestellt.

In den letzten Monaten kaufte das Unternehmen aus Santa Clara fleißig eigene Aktien zurück. So wurde bereits im Mai 2023 ein Rückkaufprogramm in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar verkündet. Im Januar 2025 wurde dieses um zusätzlich weitere 3 Milliarden US-Dollar erhöht. Dieses wurde im Januar 2026 dann nochmals um weitere 5 Milliarden US-Dollar erhöht. Da der Aktienkurs eingebrochen ist, ist es das Beste was für die Aktionäre getan werden kann. Da mit dem gleichen Geld mehr Aktien zurückerworben werden können. Dadurch steigt die der Wert der Aktie.

Insgesamt wurden 10,3 Millionen Aktien mit einem Wert von 1.840 Milliarden US-Dollar im letzten Geschäftsjahr zurückerworben. Diese Aktienrückkäufe wurde aus dem Cashflow bezahlt.

Im Geschäftsjahr 2025 beliefen sich die Forschungs- und Entwicklungskosten auf 2.960 Milliarden US-Dollar. Diese sind von 2024 auf 2025 gestiegen und lagen zuvor bei 2.543 Milliarden US-Dollar. Der Grund dafür waren erhöhte Kosten für das Personal. Bei einem sehr schnell anpassenden Geschäftsmodell sollten diese Kosten im Rahmen bleiben. Da dies die zukünftige Marktposition sichert, gerade dann, wenn kein Unternehmen übernommen wird.

In 2025 hatte ServiceNow strategische Investments in private Unternehmen in Höhe von Milliarden 1.542 US-Dollar.

Die Kasse war zum Ende des letzten Geschäftsjahres mit Milliarden 3.726 US-Dollar gut gefüllt.

Durch weitere Übernahmen hat sich das Goodwill von 1.273 Milliarden US-Dollar von 2024 auf einem Gesamtwert von 3.578 Milliarden US-Dollar 2025 erhöht. Mit einer Bilanzsumme von 26.038 Milliarden US-Dollar sind das lediglich 13,74% von dem Gesamtvermögen. Dennoch sollte das Goodwill im Auge behalten werden. Durch das anorganische Wachstum, sollte dieses auch weiterhin steigen.

Mit einem aktuellen Aktienkurs von 90,91$ (stand 14.05.2026) und ausstehenden Aktien von 1.047.278.000 zum Ende des Geschäftsjahres 2025 ergibt sich eine Market Cap von 95,2 Milliarden US-Dollar.

Die Finanzkennzahlen

Die Dividende

Eine Dividende wird an die Aktionäre derzeit nicht ausgeschüttet, das Unternehmen betont, dass die Gewinne reinvestiert werden. Damit soll das zukünftige Wachstum weiter finanziert werden.

Das KGV & KBV

Mit einem aktuellen Aktienkurs von 90,91$ und einem Gewinn pro Aktie von 1,69$ ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 53,79. Damit ist die Aktie aus der Sicht eines Value Anlegers immer noch zu teuer bewertet. Im Vergleich mitder SAP Aktie, gibt es diese Aktie mit einem KGV von 22,93. Auch die Salesforce Aktie kommt auf ein niedriges KGV von 21,27. Der Aktienkurs von ServiceNow müsste auf 37,18$ fallen, unter der Berücksichtigung des aktuellen Gewinns pro Aktie von 1,69$, damit ein KGV von 22 erreicht wird. Auch wenn die Aktie bereits mehr als -54% gefallen ist, ist die Bewertung aus diesem Gesichtspunkt immer noch zu hoch. Die bereits eingetretene Abkühlung war also angemessen. Für einen Wachstumstitel ist ein hohes KGV allerdings nichts Ungewöhnliches.

Das KBV kommt ebenfalls auf einen hohen Wert von 7,94.

Die Eigenkapitalquote & die Eigenkapitalrendite

Mit einem Eigenkapital von 12.964 Milliarden US-Dollar und einer Bilanzsumme von 26.038 Milliarden US-Dollar ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 49,79%. Das ist für ein Softwareunternehmen nichts besonderes. SAP weist Beispielweise eine Eigenkapitalquote von 62,02% auf.

Die Eigenkapitalrendite kommt auf einen Wert von 13,48%.

Weitere Finanzkennzahlen

Der folgende Graph, sowie die dazugehörige Tabelle veranschaulicht den Total Return der ServiceNow Aktie mit dem S&P 500, dem NYSE Composite und dem S&P Systems Software Index, welcher Softwareunternehmen repräsentiert. Der Zeitraum beginnt Ende 2020 und endet Ende 2025. Es sticht hervor, dass der S&P Systems Software Index alle anderen Werte schlägt, obwohl die Softwareunternehmen in diesem Zeitraum bereits unter Beschuss geraten waren. Die Aktie von ServiceNow geht als Verlierer vom Platz. Diese hatte Ende 2024 noch den zweiten Platz belegt.

Performance der ServiceNow Aktie mit Vergleichsindizes.
Quelle: ServiceNow Geschäftsbericht 2025

Die Umsatzrendite kommt auf einen Wert von 13,43%.

Der Piotroski F-Score erreicht 6 von 9 Punkten und ist damit erst im grünen Bereich angekommen.

Die Bruttomarge liegt bei 76,56%, die Nettomarge liegt bei 13,43%.

Weiteres Wissenswertes

Zum Ende des letzten Geschäftsjahres verfügte das Unternehmen aus San Diego über 2.000 Patente.

Insiderkäufe und Insiderverkäufe

Auf der Internetseite Insiderkauf können Investoren die Insiderkäufe und Verkäufe von US-amerikanischen Unternehmen sehen. Diese Transaktionen können ein Gefühl vermitteln, wie die Manager zum eigenen Unternehmen stehen. Allerdings sollte jeder der sich diese Informationen anschaut, dessen bewusst sein, dass auch Gründe für einen Verkauf aus privater Natur entstehen können. Denn wenn Geld benötigt wird, so zum Beispiel als Eigenkapital für ein Hauskauf, könnte das anhand dieser Information nicht ersichtlich werden. Es entsteht also eine falsche Interpretation.

In dem Fall von ServiceNow hebt sich die Transaktion von CEO Bill McDermott jedoch positiv hervor. Mit dem Kauf von Unternehmenseignen Aktien die einen Wert von 3 Mio. US-Dollar aufweisen, könnte man interpretieren, dass der CEO seine Aktie als zu unterbewertet betrachtet und an sein Unternehmen und dessen Marktstellung glaubt.

In einem Interview von Bloomberg erwähnt dieser auch, dass er nicht verstehen kann, wieso Investoren die Aktien verkaufen, obwohl das Unternehmen mit den KI-Anwendungen wächst.

Insiderkäufe und Verkäufe von SeviceNow
Quelle: www.insiderkauf.de

Fazit

Die ServiceNow Aktie ist mit dem KGV im Vergleich mit Unternehmen wie Salesforce, Microsoft und SAP teurer bewertet. Auch wenn die Aktie bereits um -54% innerhalb eines Jahres gefallen ist, kann diese immer noch weiter fallen. In meinen Augen ist der KI-Hype eine Gefahr für die Aktie. Sollten Zahlen und Ziele Unternehmensseitig nicht erreicht werden, kann die Aktie schonmal zweistellig an einem Tag fallen.

Unternehmensseitig denke ich jedoch, dass das Unternehmen gut aufgestellt ist, soweit ich das beurteilen kann. Bill McDermott ist ein hervorrangender CEO mit viel Erfahrung. Die strategischen Zukäufe sollte ebenfalls gut integrierbar sein und die Plattform stärken. Dennoch sollten nicht zu viele Käufe getätigt werden, da durch den KI-Hype viele Unternehmen viel zu hohe Bewertungen haben und dementsprechend viel zu viel für diese bei Übernahmen gezahlt werden. Die Bilanz ist zudem sauber, auch wenn eine Nettoverschuldung vorliegt, liegt diese im Rahmen. Das Goodwill ist ebenfalls im Rahmen. Die Kasse und die Gewinnrücklage sind gut gefüllt. Der Free Cashflow ist durchweg positiv, gerade als die Aktie eingebrochen ist, gab das Unternehmen ein weiteres großes Rückkaufprogramm bekannt. Die Umsätze wachsen immer noch zweistellig. Das Nettoergebnis spielt bislang eine eher untergeordnete Rolle, da das Unternehmen sich immer noch auf das Wachstum konzentriert. Gerade im KI Bereich. Ob sich die Investitionen und die Anstrengungen gelohnt haben werden, wird man allerdings erst in ein paar Jahren sehen, gerade wenn sich der KI-Hype gelegt hat und die Fantasien Realität geworden sind.

Das Unternehmen ist in meinen Augen gut geführt, aktuell jedoch zu stark im Rampenlicht vertreten. Das Geschäftsmodell hat sich bereits etabliert, mit der KI wird dieses zwar erweitert, es ist jedoch noch nicht sicher ob diese Investiotionen aufgehen werden. Jeder der in diese Aktie investiert sollte sich dessen bewusst sein.

Die Quellen:

https://www.finanzen.net/aktien/servicenow-aktie

https://www.gurufocus.com/stock/NOW/summary

https://www.insiderkauf.de/company/NOW-ServiceNow

https://www.bloomberg.com/news/audio/2026-04-23/bloomberg-talks-servicenow-ceo-bill-mcdermott-podcast

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