Das Unternehmen
Im Jahr 1992 wurde die Deutsche Börse AG gegründet. Sie ist gleichzeitig die Muttergesellschaft der Deutschen Börse Group. Der Hauptsitz ist in Frankfurt am Main. Das Unternehmen ist an 64 Standorten präsent und beschäftigt insgesamt 16.475 Mitarbeiter. Dabei betreibt die Deutsche Börsen Group die Frankfurter Wertpapierbörse, den Handelsplatz Xetra, die Börse Frankfurt, die Eurex und weitere Handelsplätze.
Die Aktie
Am 05. Februar 2001 hatte die Deutsche Börse AG ihr Börsendebüt, der Emissionspreis lag bei 335€. Am 01. Juni erfolgte bereits ein Aktiensplit mit dem Verhältnis 10 zu 1. Seitdem gab es keinen Aktiensplit mehr. Insgesamt konnte die Aktien seit dem IPO 15.644,68% zulegen! Die Deutsche Börse AG ist ein Aktienunternehmen des DAX.
WKN: 581005 ISIN: DE0005810055 SYMBOL: DBOEF

Seit dem 17. Juni 2026 hält der TCI Funds von Sir Chris Hohn 6,43% der Stimmrechtanteile, wovon 1,43% in Form von Aktien erfolgt und 5% durch Finanzinstrumente.
Das Geschäftsmodell
Das deutsche Aktienunternehmen deckt eine Vielzahl von Produkten und Dienstleistungen rund um Finanzmarkttransaktionen ab. Laut dem Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2025 gehören zu dem Angebot Portfoliomanagementsoftware, Analytiklösungen, das ESG-Geschäft und die Entwicklung von Indizes.
Außerdem übernehmen die Frankfurter den Handel, die Verrechnung und Abwicklung von Aufträgen, sowie die Verwahrung von Wertpapieren und Fonds.
Darüber hinaus bietet das die Deutsche Börse auch Lösungen für das Liquiditäts- und Sicherheitsmanagement an. Auch eigene IT-Systeme und Plattformen werden entwickelt und betrieben die, die bereits genannten Dienstleistungen ermöglichen und unterstützen. Des Weiteren können über die Plattformen nicht nur Wertpapiere gehandelt und abgewickelt werden, sondern auch Derivate, Rohstoffe, Devisen und digitale Vermögenswerte.
Eingeteilt wird das Geschäft der Deutschen Börse AG in vier Segmenten, zusätzlich veranschaulicht dieser Ausschnitt, was sich hinter den Segmenten verbirgt:

Marken
Hier einmal ein Ausschnitt der ein paar Marken der Deutsche Börse Group aufzeigt:

Der CEO
Seit September 2018 ist Dr. Stephan Leithner im Vorstand der Deutschen Börsen AG tätig. Seitdem arbeitet der gebürtige Österreicher auch für das Frankfurter Unternehmen. Im Januar 2025 übernahm dieser den Posten des Vorstandsvorsitzenden. Dr. Leithner weist ein Lizentiat der Wirtschaftswissenschaften von der Universität St. Gallen auf. Das Lizentiat ist ein historischer vergebener akademischer Grad, der sich aus dem Lateinischen Licentiatus ableitet. Dabei weist Herr Dr. Leithner den Abschluss des Licentiatus oeconomiae (Lizentiat der Wirtschaftswissenschaften) auf, welcher mit einem Master vergleichbar ist. Zudem promovierte er in den Finanzwissenschaften, ebenfalls an der Universität St. Gallen.

Folgender Ausschnitt aus dem Geschäftsbericht der Deutschen Börse zeigt welches Vorstandsmitglied welcher Tätigkeiten nachgeht. Diese Veranschaulichung soll die bereits genannten Daten und Fakten zum CEO Dr. Leithner ergänzen.

Die Konkurrenz
Die Deutsche Börse zählt zu den wichtigsten Börsen in Europa. Die Euronext mit Hauptsitz in Amsterdam und Paris, ist gemessen am Volumen noch wichtiger als die Deutsche Börse Group. Die Euronext betreibt Börsen in Amsterdam, Athen, Brüssel, Dublin, Lissabon, Mailand, Oslo und Paris. Für Europa bilden diese die Infrastruktur ab und sind essenziell, wenn es um das Thema Unabhängigkeit in Bezug auf die USA geht. Nichtsdestotrotz kann keine Börse, gemessen anhand des Handelsvolumens, bislang die New York Stock und die Nasdaq schlagen. Folgendes Schaubild von Statista zeigt die weiteren Mitbewerber und die Volumina der gehandelten Aktien im Jahr 2024:

Rating
Das Rating ist ein wichtiger Bestandteil des Geschäfts der Deutsche Börse Group. Die externen Ratingagenturen vermittelt mit dem erstellten Rating vertrauen für die Investoren und Kunden der Deutschen Börse Group. Die genannten Gruppen können auf das Rating aufbauen, wohingegen das Rating für den Konzern bedeutet, dass dieser eine gute Bonität aufweist und das Vertrauen der Investoren und Kunden gewährleistet ist. Die jeweiligen Gesellschaften benötigen ein Investmentgrade, um ihre Geschäftstätigkeit auszuführen, andernfalls würden Kunden kein Geschäft mit diesen eingehen, da sonst Risiken bestehen könnten Geld zu verlieren.

Um die Ratings einordnen zu können hilft wie immer die Ratingtabelle:

Wie nun ersichtlich wird, ist die Deutsche Börse Group mit einer guten bis sehr guten Bonität für die jeweilige Gesellschaft aufgestellt.
Die Kennzahlen
Der Umsatz & Gewinn
Die Deutsche Börse Group spricht nicht direkt von Umsatzerlösen. Vielmehr wird von sogenannten Nettoerlöse gesprochen. Denn zum operativen Umsatz wird noch das Treasury-Ergebnis addiert. Bei dem Treasury Geschäft handelt es sich um Nettozinserträge und Margenenrgelte. So konnte der Konzern 2025 einen Nettoerlös von 6.026 Milliarden Euro erzielen. Ein Jahr zuvor lag dieser noch bei 5.829 Milliarden Euro, dass ist ein prozentualer Anstieg von 3,38%. In den letzten fünf Jahren konnte der Umsatz um durchschnittlich 13,40% gesteigert werden.
Die Nettoerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

Der Gewinn lag im letzten Geschäftsjahr bei 2.104 Milliarden Euro. Im Geschäftsjahr 2024 wies das der Konzern noch einen Gewinn von 2.046 Milliarden Euro aus. Den Aktionären der Deutschen Börsen AG sind jedoch für das Jahr 2025 lediglich nur 1.995 Milliarden Euro zuzurechnen und für das Geschäftsjahr 2024 nur 1.948 Milliarden Euro. Auf der Basis dieser Werte ist das ein Anstieg von 2,39%. In den letzten fünf Jahren konnte der Gewinn um durchschnittlich 13,06% gesteigert werden.
Der Free Cashflow
In den letzten drei Jahren war der Free Cashflow durchweg positiv, 2023 lag dieser bei 2.281 Milliarden Euro. 2024 bei 2.050 Milliarden Euro und im letzten Geschäftsjahr bei 2.430 Milliarden Euro. Wie noch ersichtlich wird, konnte aus diesen Free Cashflow die Aktienrückkäufe, sowie die Dividendenausschüttungen ohne Probleme gestemmt werden.
Exkurs zum Verständnis der Bilanz
Die Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten lassen sich nicht direkt ohne Kontext verstehen. Denn die Deutsche Börse dient als sogenannter zentraler Kontrahent. Dementsprechend sind auch die Vermögensgegenstände und die Verbindlichkeiten in der Bilanz aufgeführt. Diese Rolle der Börsen führt zu einer Bilanzverlängerung oder kurz gesagt zu einer Aufblähung dieser. Doch warum ist das so?
Als Mittelsmann führt die Börse zwischen dem Käufer und Verkäufer beispielsweise bei einer Wertpapiertransaktion den Kauf und Verkauf durch. Dabei werden mit dem jeweiligen Handelspartner ein Vertrag ausgehandelt. Dem Käufer verspricht die Börse das Wertpapier zu liefern, dem Verkäufer es abzunehmen. Somit entsteht kein Vertrag zwischen Käufer und Verkäufer. Der Vorteil, der hierdurch entsteht ist, dass das Risiko für den Käufer und Verkäufer minimiert wird auch die Anonymität der Vertragspartner wird gewahrt.
Im Bezug auf die Bilanz bedeutet das, dass für alle diese Geschäfte, diese als Vermögenswert und als Schuld ausgewiesen werden müssen. Folgendermaßen setzt sich dies zusammen:
Die Börse wird gleichzeitig zum Käufer für den ursprünglichen Verkäufer und zum Verkäufer für den ursprünglichen Käufer.
Da der zentrale Kontrahent (CCP) das Erfüllungsrisiko für beide Seiten übernimmt, verbucht er das Geschäft in seiner Bilanz spiegelbildlich:
Passivseite (Verbindlichkeiten): Zeitgleich verbucht der CCP eine exakt gleich hohe Verbindlichkeit gegenüber dem Verkäufer auf Auszahlung des Geldes (und eine Verbindlichkeit gegenüber dem Käufer auf Lieferung der Wertpapiere).
Aktivseite (Forderungen): Der CCP verbucht eine Forderung gegenüber dem Käufer auf Zahlung des Geldes (und zeitgleich eine Forderung gegenüber dem Verkäufer auf Lieferung der Wertpapiere).
Damit werden die Vermögensgegenstände und die Verbindlichkeiten künstlich aufgebläht. Es erscheint auf den ersten Blick, dass das Unternehmen hoch verschuldet ist und viele Vermögensgegenstände aufweist. Allerdings handelt es sich hierbei um einen durchlaufenden Posten. Jedoch steht die Börse vor dem Risiko, dass wenn ein Vertragspartner ausfällt, trotzdem die Leistung erfolgen muss, da diese egal mit welchem Vertragspartner diese garantiert hat. Häufig werden dann Sicherheitsleistungen hinterlegt.
Die Verschuldung
Die Bilanzstruktur wurde nun erläutert, sodass der Blick auf die Verschuldung gerichtet wird. Folgender Ausschnitt zeigt die gesamten finanziellen Schulden:

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten belaufen sich auf 5.533 Milliarden Euro. Die langfristigen Verbindlichkeiten weisen einen Wert von 18.123 Milliarden auf. Insgesamt lagen die finanziellen Verbindlichkeiten bei 23.656 Milliarden Euro.
Laut eigenen Angaben lag die Nettoverschuldung des Unternehmens bei 4.288 Milliarden Euro, wobei diese Nettoverschuldung auch für die Berechnung des Ratings durch S&P relevant ist.
Das Eigenkapital
Zum 31. Dezember 2025 setzte sich das Eigenkapital wie folgt zusammen:

Dabei mindert das Aktienrückkaufprogramm das Eigenkapital. Die Kapital- und Gewinnrücklagen dominieren die Unterposten des Eigenkapitals und liegen jeweils bei 1.578 Milliarden Euro und 10.207 Milliarden Euro.
Weitere Kennzahlen
Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 wies der Kassenbestand 1.782 Milliarden Euro auf.
Das Goodwill beläuft sich auf 8.137 Milliarden Euro. Zudem weist das Unternehmen immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 12.312 Milliarden Euro aus. Darüber hinaus gibt es noch den Punkt ,,andere immaterielle Vermögenswerte“. Dort verbucht das Unternehmen 2.772 Milliarden Euro. Diese Werte sind nach meinem Geschmack zu hoch, sind bei Börsenbetreiber die Regel.
Insgesamt wurde eigene Aktien mit einem Wert von 504 Millionen Euro im letzten Geschäftsjahr durch die Deutsche Börse Group zurückgekauft. Das waren 1.995.821 Aktien, die das Unternehmen zurückerwarb. Für das Jahr 2026 verkündete das Unternehmen aus Frankfurt erneut ein Aktienrückkaufprogramm, welches in Höhe von 500 Millionen Euro durchgeführt werden soll.
Insgesamt zahlte der Konzern für sein Personal im letzten Geschäftsjahr 1.722 Milliarden Euro.

Mit dieser im Umlauf befindlichen Aktien und einem aktuellen Aktienkurs von 284,10€ pro Aktie (stand 25.09.2026) ergibt sich eine Market Cap von 51.736 Milliarden Euro.
Folgender Ausschnitt veranschaulicht nochmal die wichtigen Kennzahlen der letzten Jahre:

Die Finanzkennzahlen
Die Dividende
Die Deutsche Börse AG versucht in der Regel 30 bis 40% des Gewinns an die Aktionäre auszuschütten. Im Mai 2026 schüttete das Unternehmen insgesamt 734 Millionen Euro Dividende an die Aktionäre aus. Seit 11 Jahren wird die Dividende gesteigert, seit 13 Jahren wurde diese nicht mehr gesenkt. Einmal im Jahr erhalten die Aktionäre die Dividende. Der Ausschüttungsmonat ist wie üblich bei deutschen Aktienunternehmen der Mai. Zuletzt wurden 4,20€ pro Aktie ausgeschüttet. Mit einem aktuellen Aktienkurs von 284,10€ pro Aktie (stand 25.09.2026) ergibt sich eine Dividendenrendite von 1,48%.
Das KGV & KBV
Mit einem Gewinn pro Aktie von 10,90€ und dem aktuellen Aktienkurs von 284,10€ pro Aktie (stand 25.09.2026), ergibt sich ein KGV von 26,06. Das Unternehmen weist jeweils die Jahresendkurse der Aktie seit 2021 aus, dadurch lassen sich mit dem Gewinn pro Aktie die KGV seit 2021 berechnen. So lag der Durchschnitt der KGVs bei 20,71 . Die Aktie ist also gemessen anhand des KGVs überbewertet.
Wenn die Market Cap von 51.736 Milliarden Euro durch das Eigenkapital von 11.829 Milliarden Euro dividiert ergibt sich ein KBV von 4,37.
Die Eigenkapitalquote & die Eigenkapitalrendite
Die Eigenkapitalquote kommt auf einem Wert von lediglich 3,98%. Dieses Ergebnis ist geschuldet durch die Aufblähung der Bilanz. Wie bereits erwähnt, wird die Bilanz durch die Vertragspartner und die darin resultierenden Verpflichtungen erzeugt. Würden diese Summe nicht enthalten sein, so wäre die Eigenkapitalquote selbstverständlich höher.
Mit einem Gewinn von 1.995 Milliarden Euro und ein Eigenkapital von 11.829 Milliarden Euro ergibt sich eine Eigenkapitalrendite von sage und schreibe 16,87%.
Weitere Finanzkennzahlen
Mit einem Nettoerlös von 6.026 Milliarden Euro und einem Nettogewinn von 1.995 Milliarden Euro kann der Konzern mit einer Umsatzrendite von 33,11% glänzen!
Der Piostroski F-Score kommt auf 8 von 9 Punkten!
Die Bruttomarge liegt bei 74,02%, währenddessen nach Abzug aller Kosten, Abschreibungen und Steuern die Nettomarge bei 27,05% liegt.
Insiderkäufe und Insiderverkäufe
Im diesem Jahr gab es insgesamt 7 Insiderkäufe von 7 Personen und keinen einzigen Verkauf. Das spricht für die Deutsche Börse Aktie und dem damit verbunden Vertrauen der Vorstände. Den größten Kauf tätigte der CEO Dr. Leithner.

Die Quellen:
https://www.finanzen.net/aktien/deutsche_boerse-aktie
https://de.finance.yahoo.com/quote/DB1.DE
https://aktienfinder.net/dividenden-profil/Deutsche%20Boerse-Dividende