Symbotic: Ein physischer KI Gewinner?

Das Unternehmen

Symbotic wurde 2007 gegründet. Den Hauptsitz hat das Unternehmen in Wilmington, Massachusetts, den Vereinigten Staaten von Amerika. Mit seinen Automatisierten und vor allem ausgestatteten KI Lösungen für die Lieferkette, möchte das Unternehmen diese prägen und verbessern. Laut dem Gründer Richard B. Cohen wird durch die Transformation der Lieferketten, diese in ein strategisches Asset umgewandelt.

Die Aktie

Das Unternehmen ist durch einen SPAC (Special Purpose Acquisition Company) im Juni 2022 an die Börse gekommen. Diese Vorgehensweise nennt man auch ,,IPO durch die hinter Tür“. Es wird eine Mantelgesellschaft genommen, die das Geld einsammelt und danach mit dem Unternehmen fusioniert, damit dieses das Geld erhält. Indem Fall von Symbotic, war es eine Gesellschaft von Soft Bank die diesen Part übernommen hat und anschließend mit Symbotic fusionierte. Gelistet ist die Aktie an der Nasdaq.

WKN: A3DK1X ISIN: US87151X1019 SYMBOL: SYM

Chart der Symbotic Aktie
Quelle: www.yahoo.com

Das Geschäftsmodell

Symbotics Geschäftsmodell ist etwas komplexer, als die Geschäftsmodelle anderer Unternehmen. Im Grunde genommen ist das Kerngeschäft der Bereich der Robotik und Logistikautomatisierung. Das Unternehmen aus Massachusetts entwickelt und betreibt vollautomatisierte Lager- und Distributionssysteme. Sowie eine Kombination aus autonomen, mobilen Robotern die „Symbots“ genannt werden und einer KI-gestützten Software, die Lagerung, Abruf und Kommissionierung von Waren automatisiert.

Geld verdient das Unternehmen mit der Installation der Systeme, mit der Software, mit der Wartung, dem Support und dem Warehouse as a Service (WaaS) Ansatz.

Der WaaS Ansatz ermöglicht es Kunden auf die Technik und Lösungen von Symbotic zurückzugreifen ohne eigene Investionen in diesen Bereichen tätigen zu müssen. Hierbei handelt es sich um eine Art Abo-Modelle, sowie man es aus der Softwarebranche mit dem Software as a Service Ansatz kennt. Der Vorteil für Symbotic sind wiederkehrende Einnahmen und die Beibehaltung der Macht über die Technik und Software. Dafür geht man mit Unternehmen langlaufende Verträge ein, was für eine stabile und langanhaltende Einnahmequellen sorgt. Mit dem WaaS Ansatz werden auch kleine Unternehmen angesprochen, die sich sonst im Regelfall keine Investitionen in die Systeme leisten könnten, somit wird der Markt potenzieller Kunden erweitert.

Die Reparaturen führt das Unternehmen eigenständig durch

Die Produkte des Lieferkettenausstatter werden nicht alle selbst gebaut, sondern von Drittunternehmen zugekauft. Das Unternehmen kauft so zum Beispiel Fördertechnik, Lastenaufzüge, Stahlregale und gewisse Roboter ein. Die Reparaturen und der Service wird in Wilmington, Massachusetts durchgeführt. In Peak Zeiten, wie zum Beispiel beim Weihnachtsgeschäft, macht das Unternehmen, um schnell bei Reparaturen reagieren zu können von befristeten Mitarbeiter gebrauch. So kann das Unternehmen auch in einem zwei Schichtsystem operieren.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 hatte das Unternehmen ein Backlog von 22,5 Milliarden US-Dollar. Damit ist das Unternehmen erst einmal gut aufgestellt und kann diese Auftragsbücher kontinuierlich abarbeiten. Darüber hinaus verdeutlicht es die Nachfrage von den Kunden gegenüber Symbotic. Verkauft werden die Technologien und Systeme im übrigen direkt an den Kunden, dabei steht das Management Team von Symbotic den Senior Level der Kunden für den Austausch zur Verfügung.

Kunden von Symbotic

Zu den Kunden von Symbotic zählen Walmart, Albertsons, eigene Tochterunternehmen, C&S Wholesale Grocers, GreenBox, und Target. Wobei sich C&S Wholesale Grocers unter anderem auch im Besitz von Richard B. Cohen befindet. Das Unternehmen ist allerdings nicht an der Börse gelistet, sondern wird privat geführt und ist im Großhandel tätig. Es beliefert Einzelhandelsunternehmen mit einer Vielzahl von Produkten.

Mit Walmart hat man seit 2015 eine Vereinbarung die Logistikzentren zu automatisieren. Der Name dieser Vereinbarung lautet Master Automatisation Agreement(MAA) und wurde über die letzten Jahre immer weiter ausgebaut, sodass bis 2029 42 Zentren mit der Technik von Symbotic ausgestattet werden sollen. Walmart zahlt hierfür die Implementierungskosten, die Materialkosten und Arbeitskosten. Zusätzlich erhält das Unternehmen einen Gewinnbetrag, der in bestimmten Fällen gedeckelt ist. Außerdem beinhaltet der Vertrag auch die Wartung, sowie den Support für die Software für mindestens 15 Jahre. Auch die Zahlungen für Ersatzteile sind mit im Vertrag aufgeführt.

Produkte

Um einmal zusehen wie die Systeme, Produkte und Technologien aussehen, die Symbotic anbietet möchte ich ein paar Darstellungen aufzeigen.

Hier ein Foto des Symbots:

Ein Foto des Symbots
Quelle: www.symbotic.com

End-of-arm tools können verschiedene Pakete verarbeiten. Dafür haben sie Laser und Sensoren und können so zum Beispiel fehlerhafte oder beschädigte Pakete erkennen. Dadurch steigert sich die Qualität.

End-of-Arm Tools
Quelle: www.symbotic.com

Der CEO

Richard B. Cohen ist der Gründer und CEO von Symbotic. Der 72-Jährige ist auch bei C&S Wholesale Grocers im Vorstand, indem er in dritter Generation dieses in Familienbesitz befindliche Unternehmen führt. Seit 1989 ist er im Unternehmen tätig, bis 2018 war er auch CEO. Richard Cohen bringt also viel Erfahrung im Unternehmertum mit. Darüber hinaus auch im Bereich der Logistik.

Ein Foto von Richard B. Cohen
Quelle: www.symbotic.com

Herr Cohen hält einen Bachelor of Sience in Rechnungswesen von der Wharton School of Business.

Die Konkurrenz

Zu den Konkurrenten von Symbotic, die das Unternehmen selbst im Geschäftsbericht erwähnt zählen: Knapp AG, Exotec, Ocado, Geek+, Hai Robotics, AutoStore, Witron, Honeywell, Dematic, Vanderlande, SSI Schaefer und Swisslog. Zusätzlich fällt mir noch ABB ein. Denn ich arbeite mittlerweile in der Logistik Branche. Wir haben Beispielsweise vier Roboter die ausschließlich im Warenausgang arbeiten und nur dafür gedacht sind Totes(Kisten) zu stapeln und diese danach zu palettisieren. Anschließend werden durch einen Mitarbeiter, die fertig gebänderten Paletten abgezogen und in einem LKW Anhänger verladen.

Ein Joint Venture mit Soft Bank

Das Joint Venture, welches Symbotic mit der Soft Bank Group führt, heißt Greenbox und wurde im Juli 2023 veröffentlicht. 35% hält Symbotic an dem Joint Venture, währenddessen die verbleibenden 65% von Soft Bank gehalten werden. Dieses Joint Venture soll es mit ermöglichen Lieferketten weltweit zu kreieren und zu automatisieren. Im Vordergrund steht die Umsetzung und die Finanzierung der KI Automatisierungstechnologie für Logistikzentren. Masayoshi Son sieht anscheinend auch hier wieder die Zukunft und setzt sein Unternehmen dafür ein hier zu investieren. Innerhalb von 6 Jahren sollen 7,5 Milliarden US-Dollar von Greenbox an Symbotic fließen, um die Systeme zu kaufen.

Der Umsatz & Gewinn

Der Umsatz von Symbotic, lässt in drei Bereichen unterteilen. Den Hauptanteil hat dabei der Punkt “Systems“, gefolgt von den “Operations Service“ und “Software maintenance and support“. Der Bereich Systems ist sehr Kapital intensiv, sodass hier hohe Kosten anfallen, da es um das Desingen und die Installierung von den Systemen geht. Darüber hinaus wird die Software entwickelt und angepasst. Der Gesamtumsatz wird fast zu 100% in der Region Nordamerika erzielt. Das macht Symbotic abhängig von einer einzigen Region, bietet zudem jedoch auch die Möglichkeit zu wachsen.

Im Geschäftsjahr 2025 konnte das Unternehmen einen Umsatz von 2.246 Milliarden US-Dollar vorweisen. Ein Jahr zuvor waren es noch 1.788 Milliarden US-Dollar. Das macht eine Umsatzsteigerung von 25,65%. Der Hauptteiber war das Segment Systems. 10% des Umsatzes werden für die Forschung und Entwicklung ausgegeben.

Der ausgewiesene Free Cashlfow von Symbotic
Quelle: Symbotic Geschäftsjahr 2025

Der Umsatz konnte die letzten drei Jahre um durchschnittlich 58,65% gesteigert werden.

Wenn man den Gewinn in Betracht zieht, ist das Unternehmen aus Massachusetts noch nicht profitabel. So lag 2024 ein Verlust von -84,6 Millionen US-Dollar vor. Auch für das Geschäftsjahr 2025 lag ein Verlust von-91 Millionen US-Dollar vor. Für ein Wachstumsunternehmen ist das der Regelfall, sodass man sich keine Sorgen machen muss. Allerdings, sollte in den kommenden Jahren ein positives Ergebnis vorgelegt werden, wenn das Management nicht nur auf Wachstum setzen möchte.

Der Cashflow: Der Free Cashflow ist positiv

Das Wachstumsunternehmen kann bereits einen positiven Free Cashflow aufweisen! Auch wenn dieser in 2024 negativ war. So war dieser bislang in 2023 und 2025 positiv.

Der Free Cashflow von Symbotic
Quelle: Symbotic Geschäftsjahr 2025

Die Verschuldung

Aufgeteilt wird die Verschuldung in der Bilanz, wie sonst üblich nicht in kurzfristige und langfristige Verbindlichkeiten. Sondern einfach nur in Verbindlichkeiten. Diese lagen 2024 bei noch bei 1.188 Milliarden US-Dollar. Aktuell beträgt die Verschuldung bereits 1.918 Milliarden US-Dollar. Das macht eine prozentuale Steigerung von 61,44%. Den Hauptanteil der Verschuldung machen dabei der Punkt ,,aufgeschobene Einnahmen“ oder auch im Englischen “deferred revenue“ genannt. Das sind von den Gesamtverbindlichkeiten 1.243 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen hat also bereits Zahlungen erhalten, allerdings dafür noch keine Leistungen an die Kunden erbracht. Das ist auch unter anderem der Hauptgrund, weswegen die Verschuldung gestiegen ist, da das Unternehmen bereits viele Zahlungen erhalten hat.

Richtige Finanzverbindlichkeiten liegen bislang nicht vor.

Das Eigenkapital

Einer der wichtigsten Punkten für meine Analyse ist das Eigenkapital. Denn mein Motto ist es, dass man mit einem schönen Polster besser Leben kann. Das gilt auch für Unternehmen. Bei Wachstumsunternehmen sieht es allerdings anders aus. Hier gibt es keine oder bei wenigen Unternehmen kaum Gewinnrücklagen. Bei Symbotic gibt es keine Gewinnrücklagen, sondern nur ,,angesammelte“ Verluste. Das ausgewiesene Defizit beläuft sich auf -1.340 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2025. 2024 lag dieser Wert bei-1.323 Milliarden US-Dollar.

Das Gesamteigenkapital beträgt 483,2 Millionen US-Dollar.

Weitere Kennzahlen

Zum September 2025 verfügt das Unternehmen 1.244 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln.

Ein Goodwill ist in der Bilanz mit lediglich 60 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Also kein Grund Bedenken zu haben!

Das Unternehmen beschäftigte zu Ende September 2025 2000 Mitarbeiter.

Multipliziert man die ausstehenden Class A Aktien mit einer Anzahl von 112.635.932 Stück, der Class V-1 mit einer Anzahl 74.693.311 von Stück, der Class V-3 mit einer Anzahl von 403.559.196 Stück und den aktuellen Aktienkurs von 62$ (stand 10.12.2025) so erhält man eine Market Cap von 36.635 Milliarden US-Dollar. Betrachtet man nur die handelbaren Class A Aktien kommt man nur auf eine Market Cap von 6.693 Milliarden US-Dollar. Für jeweiligen Berechnungen beziehe ich mich auf die zuletzt genannte Market Cap.

Die Finanzkennzahlen

Folgendes Diagramm zeigt den Totalreturn der Aktie im Vergleich mit dem S&P 500, sowie den S&P Information Technology Vergleichsindex der letzten 55 Monate. In diesem Fall hat die Aktie beide Indizes geschlagen. Bei so einem kurzen Zeitraum lässt sich jedoch darüber streiten, wie Aussagekräftig der Vergleich ist. Auch da in den letzten 36 Monate der KI Hype, die Märkte vorran getrieben hat.

Vergleichsgraph für die Symbotic Aktie
Quelle: Symbotic Geschäftsbericht 2025

Die Dividende

Das Unternehmen befindet sich noch in der Etablierung, sodass eine Dividendenzahlung nicht gewährleistet wird, da jeder Dollar in das Wachstum gesteckt wird.

Das KGV & KBV

Ein KGV kann man aufgrund des ausgewiesenen Verlusts nicht ermitteln. Dafür dennoch das KBV. Dieser weist einen Wert von 2,78 auf.

Die Eigenkapitalquote & die Eigenkapitalrendite

Die Eigenkapitalquote liegt bei 20,1%. Eine Eigenkapitalrendite lässt sich aufgrund des negativen Nettogewinns nicht ermitteln.

Weitere Finanzkennzahlen

Der Piotroski F-Score kann nur 5/9 Punkte erreichen.

Die Bruttomarge liegt bei 18,81%, da es ein Kaptial intensives Geschäftsmodell ist, verwundert es nicht. Eine Nettomarge gibt es bilang nicht, da das Unternehmen noch Verluste verzeichnet.

Weitere Fakten

Das Unternehmen hält 1.100 Patente und schützt somit das geistige Wissen.

Die Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/C%26S_Wholesale_Grocers

https://www.finanzen.net/bilanz_guv/symbotic_a

https://finance.yahoo.com/quote/SYM/?guccounter=1&guce_referrer=aHR0cHM6Ly93d3cuZ29vZ2xlLmNvbS8&guce_referrer_sig=AQAAACrd6CGl8cVLzXZLgSzEaeNbXtb39XbE1b902E_pdAE2g4CT_-bProGEcPrzI7oNb3DzJjDlFdB-JfdWvoa0du3rAwg5Tjd4Xrm3wKjfuLmF2gcVKWXrE241N3DQwOeYlrhpc9ibzyDl9y6Z_41tUCm7UBwt3EYr5x8Q-7FRJKlm

https://www.gurufocus.com/stock/SYM/summary

https://en.wikipedia.org/wiki/Richard_B._Cohen

SYM Revenue Breakdown – Symbotic Inc – Alpha Spread

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